50 Jahre Jura-Museum Eichstätt – Wissenschaftsminister Markus Blume zu Gast bei Archaeopteryx & Co.
Eichstätt, 23.09.2026
Seit 50 Jahren ist das Jura-Museum in Eichstätt untrennbar mit der Willibaldsburg hoch über dem Altmühltal verbunden. Seit seiner Gründung am 17. September 1976 ist es der zentrale Ausstellungsort für die weltberühmten Fossilienfunde aus Solnhofen. Anlässlich seines Jubiläums ehrte der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume das Jura-Museum mit seinem Besuch.
Der Urvogel Archaeopteryx und seine Zeitgenossen bilden das Herzstück der Ausstellung des Jura-Museums und durften im Laufe der letzten 50 Jahre rund 3,4 Millionen Besucherinnen und Besucher auf der Willibaldsburg begrüßen. Die Fossilien ermöglichen eine anschauliche Zeitreise in eine rund 150 Millionen Jahre alte tropische Insel-, Riff- und Lagunenlandschaft. Prächtige Aquarien mit Riffkorallen, farbenfrohen Korallenfischen und vor allem „lebenden Fossilien“ lassen die bunte Vielfalt von Meeresbewohnern der Jurazeit lebendig werden.
Am 23. September würdigte der Freistaat den 50. Geburtstag des Museums mit einem Festakt und anschließendem Staatsempfang. 120 geladene Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kamen auf der Willibaldsburg zusammen, darunter Träger, Förderer und Partner sowie wissenschaftlicher Nachwuchs – viele treue Wegbegleiterinnen und -begleiter des Jura-Museums während der letzten 50 Jahre.
Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume betont: „150 Millionen Jahre Erdgeschichte, 50 Jahre Museumsgeschichte – im Eichstätter Jura-Museum trifft beides aufeinander! Kaum ein anderer Ort zeigt so eindrucksvoll, wie Weltgeschichte direkt vor unserer Haustür liegt. Die Fossilien der Solnhofener Plattenkalke eröffnen einen exklusiven Blick in das Jura-Zeitalter und sind ein Schatz für die internationale Forschung und Museumsfans. Mit großer Expertise und Leidenschaft macht das Jura-Museum die einzigartigen Fossilien des Altmühltals für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich. Rund 100.000 Objekte machen das zweitgrößte Naturkundemuseum Bayerns zu einem außergewöhnlichen Forschungsfundus, aus dem immer wieder neue Erkenntnisse über die Erdgeschichte entstehen. Und all das gibt es hier auf der denkmalgeschützten Willibaldsburg mit einem der schönsten Ausblicke Bayerns auf das Altmühltal. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses herausragende Museum für Wissenschaftskommunikation und Forschung geprägt haben. Ad multos annos!“
Für Prof. Dr. Jörg Overmann, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, ist das Jura-Museum von großer Bedeutung: „Das Jura-Museum ist genau wie die Solnhofener Plattenkalke ein Glücksfall für diese Region und die Wissenschaft. Die Forschungsarbeiten an diesem Standort sind international einzigartig und helfen uns, den Wandel der Umwelt und des Lebens in diesem Zeitalter zu erkennen und besser zu verstehen. Mit unermüdlichem Engagement und Kompetenz macht das Museumsteam um Leiterin Christina Ifrim das Wissen über die Naturgeschichte der eigenen Heimat und seine überregionale Bedeutung für Museumsgäste verständlich und erlebbar.“
Der Festakt fand in feierlicher Atmosphäre im Festsaal der Burg statt, ein gelungener Nachmittag, inklusive einer Zeitreise durch 50 Jahre bewegte Museumsgeschichte. Wissenschaftsjournalistin Prisca Straub vom Bayerischen Rundfunk leitete unter dem Motto „Aus der Region in die Welt – Die Südliche Frankenalb als Modellregion“ durch eine lebendige Diskussionsrunde. Zwischen den urzeitlichen Lebewesen aus dem Jurameer und den lebendigen Riffbewohnern der großen farbenfrohen Aquarien ließ die Geburtstagsgesellschaft den Tag im Museum bei einem Staatsempfang festlich ausklingen.
Jura-Museum – Sammlung und Forschungsstandort seit 50 Jahren
Das Jura-Museum arbeitet mit einer naturkundlichen Sammlung von etwa 100.000 Objekten aus dem Besitz des Bischöflichen Seminars St. Willibald, darunter die weltweit größte Sammlung von Fossilien aus den Solnhofener Plattenkalken. Basierend auf dieser Sammlung ist das Museum nicht nur Vermittlungs-, sondern auch Forschungsstandort: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt forschen an den berühmten rund 150 Millionen Jahre alten Fossilien der Jurazeit. Neuere Forschungsgrabungen liefern bis heute neue Funde und Erkenntnisse.
Mit seiner Gründung 1976 übernahm der Freistaat das Museum in seine Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen. Den SNSB obliegt seitdem die wissenschaftliche Museumsleitung. Das Eichstätter Museum ist eines von inzwischen zehn Naturkundemuseen der SNSB. Rechtliche Trägerin des Jura-Museums ist seit 1. Juli 2019 die Stiftung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Während des Jubiläumsjahres bietet das Jura-Museum Eichstätt ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm: https://www.jura-museum.de/vortragsreihe-uebersicht/




