Wissenschaftlicher Mitarbeiter (w/m/d) – Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie

Die SNSB sind ein öffentlich-rechtliches gemeinnütziges Forschungsmuseum mit naturkundlichen Staatssammlungen der Fachrichtungen Zoologie, Botanik, Geologie und Paläontologie, Mineralogie, Anthropologie und Paläoanatomie, mit zehn Häusern in München, Bamberg, Bayreuth, Eichstätt, Nördlingen, Nürnberg und dem Botanischen Garten München-Nymphenburg. Etwa 280 Mitarbeitende archivieren, forschen und kommunizieren über rund 34 Millionen Sammlungsbelege. Im Mittelpunkt der SNSB-Aktivitäten in Sammlung, Forschung und Wissenstransfer stehen der Wandel und die Wechselbeziehungen zwischen Geo- und Biosphäre. Mit unseren nationalen und internationalen Forschungen tragen wir maßgeblich zum tieferen Verständnis von Bio- und Geodiversität sowie von Auswirkungen menschlichen Handelns auf das Ökosystem Erde bei.

Im Bereich der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie ist im Rahmen eines DFG-Forschungsprojekts die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (w/m/d) befristet auf 3 Jahre (75%) zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen

unter der Voraussetzung, dass eine Promotion anzustreben ist.

Das Projekt untersucht die Entwicklung des aquatischen Biodiversitäts-Hotspots in Anatolien im späten Känozoikum und die Entstehung der modernen Fauna durch umfassende Analysen fossiler Süßwassermollusken aus südwestanatolischen Seebecken. Fossile und moderne anatolische Faunen stellen einen Komplex verschiedener Mollusken-Arten mit unterschiedlichen biogeografischen Ursprüngen dar. Diese Faunen zeigen deutliche evolutionäre Übergänge, einschließlich vollständiger Artenumbrüche innerhalb kurzer Zeiträume. Die Mechanismen und die räumlich-zeitliche Variation biogeografischer Beziehungen sind jedoch aufgrund eines unvollständigen taxonomischen Inventars wie stratigrafischen Rahmens noch immer unzureichend verstanden.

Das Projekt verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der Stratigrafie, Sedimentologie, systematische Paläontologie, Geochronologie und Isotopengeochemie in sieben wichtigen Becken in der westlichen Türkei kombiniert. Dadurch soll ein standardisierter taxonomischer Datensatz und ein regionales stratigrafisches Rahmenwerk erstellt werden, sowie die biogeografischen Zusammenhänge, der Einfluss von Klima- und Umweltschwankungen und die Entstehung der modernen Fauna der Region erforscht werden.

Aufgaben:

  • Feldarbeit und Probennahme in mehreren Paläo-Seebecken in der Türkei
  • Rekonstruktion von Biodiversitätsmustern und biogeografischen Zusammenhängen, sowie Analysen der Einflüsse von Klima und Umweltfaktoren mit statistischen Methoden
  • Taxonomische Bearbeitung ausgewählter Faunen von Süßwassermollusken und Erstellung eines Inventars der spät-känozoischen Molluskenfaunen der Türkei
  • Reisen zu ausgewählten naturhistorischen Sammlungen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden für Vergleichsstudien
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Tagungen zur Präsentation von Forschungsergebnissen
  • Kooperation mit nationalen und internationalen Forschungsteams, besonders mit den Projektpartnern in der Türkei
  • Publikation von Forschungsergebnissen in Fachzeitschriften

Vorausgesetzte Qualifikationen:

  • Abgeschlossenes qualifizierendes Hochschulstudium (MSc, Diplom) im Bereich Paläobiologie, Paläontologie, Evolutionsbiologie, Biogeografie oder vergleichbarer Studien
  • Kenntnisse von Datenmanagement und statistischer Analysen mit R
  • Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Präzision bei der Arbeit sowie ein strukturiertes Zeitmanagement
  • Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Sprachliche Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift (englisch)

Wünschenswerte Kompetenzen:

  • Erfahrung in den Bereichen Biodiversitätsinformatik und systematische Taxonomie
  • Erfahrung mit paläontologischer Feldarbeit
  • Erfahrung beim Verfassen wissenschaftlicher Publikationen

Wir bieten:

  • Ein anregendes Arbeitsumfeld mit verschiedenen Abteilungen naturkundlicher Sammlungen und Schaumuseen, sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Paläontologie und Geobiologie am Department für Geo- und Umweltwissenschaften der LMU,
  • Ein diverses Forschungsumfeld mit vielseitigen Kompetenzen, Kooperationsmöglichkeiten und modernster Forschungsinfrastruktur
  • Internationale Networking- und Austauschmöglichkeiten
  • Flexible Arbeitszeiten im Rahmen einer Gleitzeitregelung
  • alle Vorteile einer Beschäftigung im Dienst des Freistaates Bayern
  • Vergütung nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L E13 75%)

Wir freuen uns auf Ihre aussagefähigen und vollständigen Bewerbungsunterlagen, inkl. Motivationsschreiben, Lebenslauf, Publikationsliste und Zeugnissen, als zusammenhängende pdf-Datei (< 10 MB), die bis spätestens 12.06.2026 an bewerbung@snsb.de zu senden ist.

Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an den Projektleiter, Herrn PD Dr. Thomas A. Neubauer (neubauer@snsb.de). Bei Fragen zum Verfahrensablauf bzw. Bewerbungsverfahren wenden Sie sich bitte an Frau Susann Windisch (personal@snsb.de).

Wir haben uns Vielfalt zum Ziel gesetzt. Deshalb sind Bewerbungen von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ausdrücklich erwünscht. Schwerbehinderte Bewerber bzw. Bewerberinnen werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt. Zur Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern besteht ein besonderes Interesse an der Bewerbung von Frauen. Wir verweisen darauf, dass nach Abschluss des Verfahrens Bewerbungsunterlagen nicht zurückgesandt werden. Reisekosten für die Anreise zu einem möglichen Bewerbungsgespräch werden nicht übernommen.